Was in einer Zapateria Woche alles passiert – Wochenrückblick KW 17
Der letztwöchige durch GTA IV bedingte Blogausfall soll eine Ausnahme bleiben. Aus
aktuellem Anlaß gehe ich auf die in der Zapateria wohl zweithäufigst gestellte Frage (per
Email und vor allem im Laden) ein.
Heute geht’s um Kundenspezialwünsche, also um die Frage “Könnt ihr mir den wunderschönen
Schuh von der supertollen Marke bestellen”. Wer die Antwort wissen möchte, muss klicken!
a) Nein das geht gar nicht -> trifft auf 80 %
b) Das ist sehr, sehr umständlich -> 10 %
c) Du bist sehr nett, also probieren wir’s -> 10 %
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist das Modebusiness ein schnell fluktuierendes Geschäft. Wir müssen meist 6 Monate vor Lieferung die komplette Kollektion bestellen. Die Marke sammelt dann alle eingehenden Order von den Händlern und produziert dann diese Mengen. Meistens gibt es noch einen Überschuss und somit ein kleines Lager, wo in einer beschränkten Zeit 10 — 15 % der Kollektion nachbestellbar ist. Es ist aber definitiv nicht so, dass in irgendeiner Hafenstadt eine riesengroße Halle mit Millionen Schuhboxen steht und man kann dann dort einfach anrufen und einen Kundenwunsch erfüllen. Dazu kommt noch das bekannte Lotproblem — bei Cheapo können wir nicht einen Schuh bestellen, sondern müssen gleich zwölf nehmen. Zu 80 % ist ein Schuh also gar nicht lieferbar.
Wenn es denn Schuh tatsächlich gibt, trifft ein weiteres Problem auf: Die Mindestbestellmenge. Firmen liefern prinzipiell erst ab fünf bis sechs Schuhen aus, weil der administrative Aufwand zu hoch ist. Wir können also nicht “einfach so einen Schuh bestellen”, sondern müssen diesen mit einer Nachbestellung von uns kombinieren. Wenn wir aber erst in einem Monat wieder nachbestellen wollen, weiß ich wiederum nicht, ob der gewünschte Schuh dann noch im Lager ist.
Das führt dann zu c). In Ausnahmefällen führen wir ungern (wie ihr sicher verstanden habt) Bestellungen durch. Unsere letzte Kundin hat
- die größten Schuhfilialen angerufen
- im Adidas Original Shop zwei mal die Mitarbeiter gefragt, ob man den nicht doch kriegen kann
- Die Artikelnummer gegoogelt und dann versucht, über Adidas Russland den Schuh zu kaufen
- Die Artikelnummer ebenfalls über ihr Xing Profil gesucht.
Und weil so viel Arbeit wirklich belohnt werden sollte, hat sie den Schuh nach etlichen
Versuchen und 6 Wochen Wartezeit bei uns abgeholt.
Solche hartnäckigen Anfragen sind bei uns aber die Ausnahme.
Zum Schluss noch folgendes:
Schuhe die im Aberverkauf auf 50 % herabgesetzt worden sind, wollen wir VERkaufen und
nicht wieder EINkaufen.
Modelle aus Vorjahrskollektionen werden meist gar nicht mehr produziert und können nicht
nachbestellt werden. Den Schuh gibt’s gar nicht mehr, er ist DEAD STOCK und in zwanzig
Jahren kommt die Neuauflage…
