Ein Abend mit… Tortoise

Auch heuer, im 4ten Jahr der Neuprogrammierung durch Tomas Zierhofer-Kin hat das Donaufestival in Krems ein durchaus spannendes Programm anzubieten. Amon Tobin hat letzten Samstag die Kremser Mehrzweckhalle gerockt, am meisten habe ich mir aber vom gestrigen Tag versprochen – Tortoise waren das letzte mal in Wien eine wirkliche Bombe.
Und auch diesmal hat sich 160 km Zugfahrt und stundenlanges Warten gelohnt:
Mein kleiner Bericht über Grenzerfahrung im Auto und ein nahezu perfektes Rockkonzert.
Die Veranstalter haben scheinbar wieder ein ordentliches Budget und sich auch am Rande der Konzerte einige nette Sachen einfallen lassen. Schon beim Eingang in die Mehrzweckhalle gibt es – wie im letzte Jahr – eine performance Installation der Künstlergruppe toxic dreams, die dieses Mal einen ganzen Autofriedhof auf das Messegelände gekarrt haben. Autos stehen verkehrt, abgeschnitten, doppelt.
Hier die Bilder (und hier wird das alles im üblichen Kunstblabla erklärt…)
Update: Kornelia von Toxic Dreams hat mir ein Mail geschrieben. Hier eine ausführliche Beschreibung der Mystery Cars – Aktion
Highlight der Toxic Dreams
Grenzerfahrungen sammeln kann man bei der Mitmachinstallation „Explodierendes Auto“ Mit Brille Und Ohrenstöpsel geschützt setzt man sich auf die Autorückbank. Ein Luftballon wird langsam immer weiter Aufgeblasen, bis er zerplatzt. Und ja, im Selbstversuch hab ich wieder etwas gelernt: Ein Luftballon kann sehr sehr groß (und sehr sehr schwer) werden.
Zum Festival
Xiu Xiu sind jetzt zu viert und spielen ein solides lautes Set, das teilweise aber etwas übersteuert ist. Mir an diesem Abend leider ein bisschen zu stressig. Phosphorescent hab ich auch nur in der Nebenhalle zur Hälfte mitbekommen. Ich bin ja auch eigentlich nur wegen Tortoise da.
Und endlich, um ca. 1:15 betreten die Post-Rock Pioniere aus Chicago die Mehrzweckhalle in Krems, und starten mit dem Standard-Track Monica. Wer Tortoise noch nie gesehen hat: Die zwei Schlagzeuger, die den Tortoise Sound live so prägen, sind in der ersten Bühnenreihe dahinter Bassist Doug McCombs und Gitarrist Jeff Parker sowie Dan Bitney am Keyboard, Sequencer und Apple Computer. Die Visuals am Bühnenende interessieren zumindest mich überhaupt nicht, ich schau lieber John McEntire beim Schlagzeugspielen zu.
Das Set ist ähnlich dem vor zwei Jahren in der Szene Wien. Also viel Zeug aus den letzten drei Alben mit zwei drei mir unbekannten also neuen Tracks. Wirklich Abwechslung ist aber auch nicht notwendig, so wie schon damals All Killer no Filler.. Highlight für mich neben dem Opener (siehe Video) der einzig wirklich gitarrenlastige Song „SKech – (You are all right“) sowie der komplette erste Zugabenblock mit dem ultimativen Drumfreakout. „Seneca“ und der wunderschönen TNT Ballade „I set my foot on the hillside“.
Live sind Tortoise wahrscheinlich noch zwei Klassen besser als auf Platte. Der (vermutlich mitgereiste) Soundtechniker mischt das Set derart genau ab, dass auch wirklich jedes Instrument genau in der richtigen Lautstärke zu hören ist. Und auch die Jungs können trotz ihres Alters immer noch rocken, da sitzt jeder Beat und jeder Schlag so präzise, eine fast metronomische Perfektion
Das gibt auf meiner persönlichen völlig unbestechlichen Skala:
9,5 von 10 (aber nurweil der Song from the Gutter nicht dabei war)
Wer Tortoise noch live sehen möchte hat Pech gehabt, die Band wurde extra für das Festival aus Chicago geholt und spielt erst wieder Ende Juli eine Show in Irland!
Links:
Das Set vom Rock Werchter (beste You Tube Qualität)
Monica live von der 15 Jahre Thrill Jockey Party (ebenso sehr gute Qualität)
Trts.com
Danke an Alex für die Pics, leider hat meine Speicherkarte einen Defekt, und kein einziges Tortoise Bild ist lesbar.



[...] Zur Kundenkarte ist bereits alles gesagt worden, ich bin gespannt wie sie in der nächste Zeit ankommen wird, frühestens in einem Monat werde ich hier das erste Résumé ziehen. [...]
Pingback by Zapateria » Was in einer Zapateria-Woche alles passiert: Wochenrückblick KW 13 — April 8, 2008 @ 7:03 pm